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Redewendung:

Die Kleinen hängt / fängt man, die Großen lässt man laufen.

Erklärung:

Kleine Kriminelle kommen ins Gefängnis, während Großverbrecher unbehelligt bleiben.

Ursprung:

„Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen” - ist eine Volksweisheit, die die Erfahrung widerspiegelt, dass vor Gericht doch nicht alle Menschen gleich zu sein scheinen. Wer mehr Geld hat, der kann sich Prozesse durch alle Instanzen leisten, die dem weniger Bemittelten gar nicht mehr offen stehen. Und auch die Tatsache, ob jemand höher oder niedriger gestellt ist, spielt bei der Urteilsfindung des Volkes eine Rolle. Nach den Gesetzen dürfte dies nicht so sein. Denn diese beruhen auf dem Rechtsgrundsatz, dass ein Urteil ohne Ansehen der Person gefällt werden muss. Dieser Grundsatz der Gleichbehandlung aller Menschen vor Gericht findet sich schon im Alten Testament im 5. Buch Mose, wo es im Kapitel 1,17 heißt: „Ihr sollt im Gericht nicht die Person ansehen; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören. Ihr sollt euch vor niemandem fürchten, denn das Gericht ist Gottes Sache.”

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